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Lehre

GLAUBE / LEHRE

Was glauben neuapostolische Christen?
(Auszüge aus einem Vortrag von Dr. Reinhard Kiefer, Aachen)


Wenn man vom neuapostolischen Glauben spricht, dann darf darunter nicht etwas verstanden werden, das vom allgemein Christlichen getrennt wäre. Es handelt sich hierbei nicht um einen christlichen Sonderglauben, sondern im Gegenteil, um einen Glauben, der sich auf das Zentrum des Christlichen bezieht.
Trotzdem gibt es nicht übersehbare Unterschiede zwischen dem neuapostolischen Glauben und dem der anderen Christen.
Einige davon sollen im Folgenden dargestellt werden:

Das Apostelamt

Die ersten Christen haben jene Männer als Apostel Christi verstanden, welche mit Jesus Christus persönlichen Umgang pflegten.
Aus heutiger Sicht werden die Apostel nun nicht allein als historische Gestalten aufgefasst, die unsere besondere Wertschätzung genießen, vielmehr wird ausgesagt, dass Apostel Jesu unter uns gegenwärtig leben und wirken, und dass sie die lebenden Garanten der Apostolizität der Kirche sind.

An dieser Stelle muss gefragt werden, was sind denn nun eigentlich Apostel?
Eine Charakter-Skizzierung soll zeigen, welche Substanz das Apostelamt besitzt.

Das griechische Wort apostolos bedeutet Gesandter. Im Spätjudentum entwickelte sich das säkulare "Rechtsinstitut des bevollmächtigten Vertreters", in dem der Gesandte einer Person wie diese selber angesehen und aufgenommen wurde.

Wie kaum ein anderer hat der dänische Philosoph und Theologe Sören Kierkegaard die Besonderheit des Apostels zu fassen vermocht.
Zitat Kierkegaard: "Ein Apostel wird nicht geboren; ein Apostel ist ein Mann, der von Gott berufen und bestellt wird, von ihm mit einem Auftrag ausgesandt wird. Er wird durch diese Berufung kein besserer Kopf, er empfängt nicht mehr Phantasie, nicht größeren Scharfsinn [...]. [...] ein Apostel ist, was er ist, dadurch dass er göttliche Autorität hat."

Der Begriff Autorität ist heute in Misskredit geraten, zumal er immer wieder mit autoritär gleichgesetzt wird. Autoritär ist die Autorität der Apostel schon deshalb nicht, weil sie nicht auf den Fähigkeiten oder Begabungen des betreffenden beruht, sondern allein auf dem Ruf Gottes, der sich Männer zu diesem Amt erwählt.
Autorität haben die Apostel im Sinne Kierkegaards, weil in ihrer Predigt der Ruf Gottes vernehmbar wird, der unweigerlich in die Entscheidung, in das Ja oder Nein stellt.

Innerhalb dieser göttlichen Autorität, dies glauben die neuapostolischen Christen, obliegt einem Apostel folgender Amtsauftrag:
- die Ausrichtung der rechten Kirchenordnung
- die sachgemäße Sakramentsverwaltung
- die Vollmacht, Sünden zu vergeben
- die baldige Wiederkunft Christi nicht nur zu verkünden, sondern auch auf sie vorzubereiten.

Dieser Glauben an die göttliche Sendung schließt somit einen Personenkult aus.

Die Wiederkunft Christi

Der urchristliche Glauben, dass Jesus Christus nicht nur Mensch geworden ist, dass er nicht nur in den Himmel gefahren ist, sondern dass er ebenso wiederkommen wird, spielt in der Verkündigung vieler christlicher Kirchen keine oder nur eine nebensächliche Rolle.
Die Neuapostolische Kirche dagegen verbindet in ihrem Glauben untrennbar die Botschaft der Wiederkunft Christi.
Der neuapostolische Christ sieht der Wiederkunft Christi mit großer Freude entgegen. Diese Rückkehr ist eingebettet in eine Reihe von Geschehnissen. Sie sollen kurz genannt werden:

Zunächst ist hier die Erste Auferstehung und die Entrückung derjenigen zu nennen, die dem Ruf Christi gefolgt sind und sich von den Aposteln in Wort und Sakrament entsprechend haben ausrüsten lassen. Daraufhin folgt die himmlische Vereinigung von Christus und diesen Menschen, den Lebenden und den Toten, die mit dem Begriff "Hochzeit des Lammes" umschrieben wird. Die sichtbare Wiederkehr Christi auf Erden geschieht im Kreise derjenigen, die an der Ersten Auferstehung teilnehmen durften. Mit ihr kommt der gewöhnliche Weltlauf endgültig zu seinem Abschluss. Die Erde erfährt eine grundlegende Verwandlung, sie wird nun zum Ort, an dem ein neues Sein mit Gott möglich wird. Daran nun sind nicht nur diejenigen beteiligt, die an der Ersten Auferstehung teilnahmen, sondern alle auf Erden Lebenden. Dies ist das Tausendjährige Friedensreich, von dem die Johannes-Offenbarung (Off 20: 1-6) spricht. Danach erst geschieht das Jüngste Gericht, in dem , wie es im neuapostolischen Glaubensbekenntnis heißt, dass "alle Seelen, ihr Teil empfangen, wie sie gehandelt haben, es sei gut oder böse." Christus ist dann der Richter der "Lebenden und der Toten". Das heißt im übrigen auch, wie Joseph Ratzinger in seinen "Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis" bemerkt, "[...]dass niemand sonst als Er im letzten zu richten hat. Damit ist gesagt, dass das Unrecht der Welt nicht das letzte Wort behält [...]." Daran endlich schließt sich die neue Schöpfung an, durch die die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott durch nichts mehr aufgehoben werden kann.

Die Gottesherrschaft, die in der neuen Schöpfung anbricht, zeigt sich in verschiedener Hinsicht schon jetzt. Sie zeigt sich der in machtvollen Gegenwart des Apostelamtes, in der Gemeinschaft der Christen, in Wort und Sakrament. Dies alles bleibt freilich nicht auf die Lebenden beschränkt, sondern gilt ebenso für die Toten. Und so soll auch ein dritter Punkt angesprochen werden, das Entschlafenenwesen.


Das Entschlafenenwesen

Die neuapostolischen Christen glauben an ein Weiterleben nach dem Tode, also an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele. Aus dieser Grundgewissheit leitet sich ab, dass für diese Seelen nicht nur gebetet werden kann, sondern ihnen auch der Zutritt zu den heiligen Sakramenten [Taufe, apostolische Handauflegung, also Versiegelung, und Abendmahl] ermöglicht wird.Den Zugang zu diesen Sakramenten ermöglichen ausschließlich die Apostel.Dreimal im Jahr finden besondere Gottesdienste statt, in denen den heilsverlangenden Seelen die Sakramente der Kirche Christi gespendet werden.

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